Kirgistan II
Im noch harten Sonnenlicht
doch schon glänzend
stehen Pferde,
warm und braun wie Erde,
wild bemähnt,
buschig beschwanzt,
neigen sie die Köpfe, um
aus dem flachen und kühlen
Fluss zu trinken,
hinter dem sich Bergstaffetten,
in der räumlichen Tiefe
allmählich im Himmel
verlieren:
Grün. Grau. Weiß.
Und Blau,
Saphirblau.
Und Blau.
Die Marschrutka,
aus der Paare von Augen
die Szene
in Momenten nur
erblicken,
gleitet in eine Schlucht
aus felsigen Wänden
wie von Graphit
oder Beton.
Später am Straßenrand
ein Typenbau
aus den bleiernen
Dekaden,
nun mit einem chinesischen
Flügeldach verschönert,
davor recht neu
eine grün
behelmte Moschee.
Städtischer wird es,
immer städtischer.
© 2026 by Arne-Wigand Baganz